Texte schreiben Anfänger: Meine erste Landingpage ohne Vorkenntnisse
Erstellt von Peter Hug · Lesezeit 5 Minuten · 06. September 2026
Ich saß vor dem leeren Bildschirm und wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Eine Verkaufsseite schreiben – ohne jemals einen Copywriting-Kurs gemacht zu haben. Der Cursor blinkte mich an, und in meinem Kopf drehte sich alles um eine Frage: Was zur Hölle soll ich hier hinschreiben?
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du hast eine Idee für dein Online-Business, vielleicht ein Affiliate-Produkt oder ein kleines digitales Angebot. Aber dann kommt dieser Moment: Du brauchst eine Landingpage. Und du bist kein Texter.
Die gute Nachricht: Du musst keiner sein. Was ich in den folgenden Monaten gelernt habe, war nicht, wie man perfekte Werbetexte schreibt. Sondern wie man als blutiger Anfänger eine Seite erstellt, die tatsächlich funktioniert.
Warum die meisten Anfänger am Text scheitern
Der größte Irrtum ist zu glauben, man müsse besonders kreativ oder verkäuferisch schreiben. Das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Anfänger scheitern, weil sie zu viel wollen: zu originell sein, zu clever klingen, zu viele Marketing-Tricks auf einmal anwenden.
Was wirklich zählt, ist Klarheit. Dein Besucher muss innerhalb von Sekunden verstehen, worum es geht und ob es für ihn relevant ist. Mehr nicht.
Als ich das begriffen hatte, wurde alles einfacher. Ich brauchte keine ausgefeilte Werbestrategie. Ich brauchte eine klare Struktur.
Die 5-Sätze-Checkliste für deine erste Landingpage
Das war mein Durchbruch: Ich habe mir fünf Fragen gestellt und daraus fünf Sätze gemacht. Diese fünf Sätze bildeten das Gerüst meiner kompletten Seite. Alles andere war nur Ausschmückung.
Satz 1: Was bekommt der Leser hier?
Der allererste Satz muss glasklar machen, was auf dieser Seite passiert. Keine poetischen Umschreibungen, keine klugen Metaphern.
Ich habe geschrieben: "Hier erfährst du, wie du mit Affiliate-Marketing deine ersten Einnahmen erzielst – auch neben dem Job."
Schlicht, direkt, unmissverständlich. Der Leser weiß sofort, ob er hier richtig ist.
Satz 2: Für wen ist das gedacht?
Menschen wollen sich wiedererkennen. Wenn du sagst, für wen dein Angebot ist, fühlen sich die richtigen Leute angesprochen – und die falschen verschwenden keine Zeit.
Mein Satz: "Du arbeitest Vollzeit, hast wenig Geld für Werbung und keine Lust auf komplizierte Technik."
Damit habe ich genau die Menschen erreicht, die ich erreichen wollte. Und gleichzeitig andere ausgeschlossen, für die mein Ansatz nicht passte.
Satz 3: Warum sollte der Leser dir glauben?
Hier wird es persönlich. Du musst keine Erfolgsgeschichte präsentieren. Aber du musst zeigen, dass du die Situation des Lesers verstehst.
Ich schrieb: "Ich war selbst genau da, wo du jetzt stehst – ohne Vorkenntnisse, mit vielen Zweifeln und nach ein paar gescheiterten Versuchen."
Das war ehrlich. Und genau diese Ehrlichkeit hat mehr Vertrauen aufgebaut als jede Erfolgsstatistik es könnte.
Satz 4: Was ist der nächste konkrete Schritt?
Hier machte ich einen entscheidenden Fehler beim ersten Versuch. Ich hatte alles Mögliche auf meiner Seite stehen – nur keine klare Handlungsaufforderung.
Der Besucher muss wissen, was er als Nächstes tun soll. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
Mein Satz wurde: "Trag dich in die kostenlose E-Mail-Serie ein und starte diese Woche mit deinem ersten Affiliate-Link."
Konkret. Zeitlich definiert. Keine Hürden.
Satz 5: Was passiert, wenn der Leser nichts tut?
Das klingt vielleicht manipulativ, ist aber einfach nur ehrlich. Menschen brauchen einen Grund zu handeln.
Ich schrieb: "Oder du wartest wieder ab – und in sechs Monaten stehst du noch genau hier."
Das war kein Druck. Es war die Wahrheit. Und genau diese Wahrheit hat bei vielen den entscheidenden Unterschied gemacht.
Der größte Fehler: Zu viel auf einmal sagen wollen
Als ich meine Seite das erste Mal live gestellt hatte, war sie viel zu überladen. Ich hatte alles reingepackt, was mir wichtig schien: meine komplette Geschichte, drei verschiedene Angebote, Links zu Social Media, einen Blog-Hinweis, ein Newsletter-Formular und noch ein zweites Formular für ein anderes Produkt.
Das Ergebnis: Niemand hat irgendetwas gemacht.
Zu viele Optionen lähmen. Der Besucher weiß nicht, wohin er schauen soll, und klickt am Ende einfach weg.
Meine Lösung war radikal: Ich habe alles gelöscht bis auf die fünf Kernsätze und EIN einziges Formular. Nur eine Handlungsoption. Keine Ablenkung.
Das hat die Zahl der Eintragungen spürbar erhöht. Nicht, weil der Text besser war. Sondern weil er fokussierter war.
Was du diese Woche konkret umsetzen kannst
Du brauchst keine Woche, um deine erste Landingpage zu schreiben. Du brauchst einen Nachmittag und diese fünf Sätze.
Nimm dir ein leeres Dokument – kein fancy Tool, einfach Google Docs oder Word. Schreib die fünf Fragen untereinander und beantworte sie in jeweils einem kurzen, klaren Satz.
Dann nimm diese Sätze und bau drum herum ein paar Absätze. Nicht mehr als zwei bis drei pro Satz. Erklär, was du meinst. Gib ein Beispiel. Bleib nah am Leser.
Zum Schluss fügst du ein Formular oder einen Button ein. Einen. Nicht drei.
Dann stellst du die Seite online. Nicht perfekt, nicht schön, aber draußen. Du wirst sie später noch hundertmal überarbeiten. Aber die erste Version muss raus, sonst verdienst du nie den ersten Euro.
Ein letzter Gedanke
Texte schreiben als Anfänger fühlt sich an wie Fahrradfahren lernen. Am Anfang ist alles wackelig, unsicher, unnatürlich. Du denkst über jeden Satz nach, über jedes Wort.
Aber je öfter du es machst, desto selbstverständlicher wird es. Irgendwann schreibst du eine Landingpage in einer Stunde runter, ohne groß nachzudenken. Nicht, weil du ein Talent entwickelt hast, sondern weil du die Struktur verinnerlicht hast.
Meine erste Seite war nicht gut. Sie war holprig, unprofessionell und hat die Hälfte der Dinge nicht beachtet, die in Lehrbüchern stehen. Aber sie hat funktioniert. Sie hat Menschen erreicht. Und sie war der Anfang von allem, was danach kam.
Du brauchst keine perfekte Seite. Du brauchst eine, die online ist.